Refurbishment statt Abschreibung: Retouren nachhaltig verwerten

Gastbeitrag e-commerce magazin | Michael Zeidler | Head of Sales Omnichannel / E-Commerce

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Alte Geräte, neuer Glanz

Refurbishment schon Ressourcen und senkt Kosten. So verwandelt Kontraktlogistik Retouren in Wertschöpfung.

Der Onlinehandel wächst – und mit ihm eine Herausforderung: Retouren. In Europa liegt die durchschnittliche Rücksendequote beim E-Commerce zwischen 30 bis 40 Prozent der Bestellungen. Daraus resultieren erhebliche Kosten für die Händler, die sich aus Transport, Prüfung, Lagerung, Wertverlust oder gar Entsorgung der Ware zusammensetzen. Eine Änderung bei den Retourenquoten erwarten die Onlinehändler aktuell nicht. Es ist nachhaltiger, Retouren nicht zu vernichten, sondern diese im Markt zu halten und ihren Lebenszyklus gezielt zu verlängern. Refurbishment ersetzt dabei die Neuproduktion nicht vollständig, leistet aber einen messbaren Beitrag für die Schonung von Ressourcen und die Abfallvermeidung.

 

Dies möchte auch die Gesetzgebung fördern: Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) soll dazu beitragen, Produkte möglichst lange gebrauchstauglich zu halten, das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG / WEEE) fördert die Wiederverwendung von Geräten und Bauteilen und die EU-Richtlinie 2024/1799 stärkt das Recht auf Reparatur, das in Deutschland bis Ende Juli 2026 umgesetzt werden muss. Die Kontraktlogistik unterstützt beim Refurbishment mit maßgeschneiderten Services.

Von der Retoure zur Wertschöpfung

Neben regulatorischen Vorgaben hat das Refurbishment gegenüber dem üblichen Retourenmanagement Vorteile. Für Vodafone ist es ein zentraler Baustein der Kreislaufstrategie für Netz- und Kunde geräte. Der Ablauf aus „Ware prüfen, wie der einlagern oder abschreiben“ wird beim Refurbishment deutlich erweitert und eine spezialisierte Prozesskette in nerhalb der Kontraktlogistik entsteht.

An deren Anfang steht der strukturierte Wareneingang. Die Retouren wer den erfasst, Seriennummern registriert und die Produkte identifiziert. Gerade bei Elektronik ist die Serialisierung entscheidend, um Geräte eindeutig nachzuverfolgen.

Es folgt eine technische und optische Prüfung, um den Zustand der Ware zu bewerten und sie zu kategorisieren. Bevor sie technisch aufbereitet werden, werden alle vorhandenen Nutzerdaten von den Geräten gelöscht, um den hohen Anforderungen an Datenschutz, Produktsicherheit und Kundenvertrauen gerecht zu werden. Das bedeutet, die Geräte werden repariert, wenn nötig, und Komp nenten wie Akkus, Displays oder andere Bauteile bei Bedarf ausgetauscht. Ab schließend werden die Geräte gereinigt und optisch aufbereitet. Dabei gibt das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) auch bei aufbereiteten Produkten vor, dass sie alle Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen.

Nun wird die Ware neu verpackt, mit Zubehör ergänzt und eindeutig als instandgesetzt gekennzeichnet. Findet die se Kennzeichnung nicht statt, kann das nach dem Wettbewerbs-und Verbraucherrecht als Irreführung gewertet werden.

Dieser Ablauf muss zwingend individuell auf die Kundenbedürfnisse abgestimmt sein, wie beispielsweise der Refurbishment-Service des Kontraktlogistikers Loxxess für Vodafone zeigt. Das seit Jahren etablierte Refurbishment der Modems und Set-Top-Boxen verlängert den Lebenszyklus der Geräte; Funktions- und Qualitätstests sind dabei ein fester Teilprozess.

Wie LOXXESS Vodafone-Modems mit Refurbishment im Markt hält.

Beim Refurbishment für die Cable-Services von Vodafone handelt es sich um eine maßgeschneiderte Logistiklösung: Das komplette Refurbishment findet unter einem Dach statt, wozu auch Aufgaben wie Deckeltausch und Vendor Management gehören. Das ist nicht selbst verständlich, denn oft müssen hier speziell vom Hersteller zertifizierte Partner einbezogen werden, was oft zusätzliche, nicht unbedingt notwendige Transportwege verursacht.

Man sieht schon, dass Refurbishment eine Aufgabe ist, bei der viel Fachwissen gefragt ist. Wichtig ist deshalb, dass jeder Schritt durchdacht ist und eine eigene SOP (Standard Operating Procedure) hat, um die Qualität sicherzustellen. Wir erfassen die von den Kunden retournierten Modems und Set-Top-Boxen inklusive der Zubehörartikel, testen alles auf Funktionalität, löschen Daten, aktualisieren die Firmware, prüfen und reinigen die Geräte abschließend. Dabei sorgt ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) dafür, dass die Effizienz regelmäßig steigt.

Diese geforderte Effizienz erreichen wir, indem der gesamte Warenfluss von der Anlieferung bis zum Versand durch smarte Logistik-Technologien unterstützt wird. Denn ohne geeignete IT- und Prozesssysteme ist Refurbishment kaum wirtschaftlich skalierbar. Moderne Warehouse-Management-Systeme ermöglichen heute eine lückenlose Seriennummernverfolgung, digitale Prüfprotokolle und automatisierte Zustandsklassifizierungen. So lässt sich der Zustand eines Produkts direkt im System dokumentieren und mit den entsprechenden Vermarktungskanälen verknüpfen. Auch Datenanalysen gewinnen an Bedeutung, um beispielsweise typische Retourengründe zu identifizieren.

So verlassen jährlich etwa 500.000 neu verpackte Modems und rund 100.000 Set-Top-Boxen unsere Lagerhalle. Dazu kommt das aufbereitete Zubehör wie Netzteile, Fernbedienungen, verschiedene Kabel et cetera.

Und nicht nur beim Refurbishment, auch bei der Neuverpackung achten Vodafone und LOXXESS auf Nachhaltigkeit. Die Akteure nutzen heute rezykliertes Verpackungsmaterial, nicht nur bei Kartonage und Karton-Inlays, sondern auch bei den Innen-Verpackungsmaterialien wie Binder oder Beutel.

  • „Refurbishment für Vodafone: Spannungstests stellen sicher, dass die Geräte funktionieren und den Vorgaben an die Gewährleistung genügen.”

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Kontraktlogistiker: eine Schlüsselrolle beim Refurbishment

Refurbishment bietet wirtschaftliche Vorteile und stärkt die Nachhaltigkeit, weil sich Materialverbrauch, Energieaufwand und CO2-Emissionen reduzieren. Gerade bei Elektronik ist dieser Effekt erheblich. Für Händler oder die Cable-Services von Vodafone lohnt sich das Refurbishment auch wirtschaftlich durch geringere Abschreibungen und längere Produktlebenszyklen. Dazu treibt es die Kreislaufwirtschaft an.

Kontraktlogistiker verfügen über die Infrastruktur, Prozesse und IT-Systeme, um große Retourenströme effizient zu prüfen, aufzubereiten und wieder in den Verkauf beziehungsweise zu den Kunden zu bringen. Daher können sie die Infrastruktur für industrielle Refurbishment-Prozesse bereitstellen und maßgeschneiderten Service bieten.

Der Artikel wurde am 30. März 2026 auf e-commerce-magazin.de veröffentlicht

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